Über das Stück

Ein Winter unterm Tisch

Winter in Paris. Gestern, heute und morgen. Auf der Erde toben die Kämpfe um schlecht bezahlte Jobs und überteuerte Wohnungen, um Aufenthaltsgenehmigungen und Verfolgtenstatus. Die Menschen zeigen sich von ihrer unangenehmsten Seite. Die Menschen? Alle? Nein!

Zwar ist das Einkommen der hübschen Übersetzerin Florence auch sehr bescheiden zu nennen, doch besitzt sie immerhin ein Dach überm Kopf und einen Tisch, an dem sie arbeiten kann. Und das ist schließlich eindeutig mehr, als der obdachlose Immigrant Dragomir besitzt. Und kurzerhand nimmt die gute Seele Florence ihn bei sich auf und untervermietet ihm den von ihr nicht benötigten Platz unter ihrem Tisch. Denn der Mensch zählt, und nicht die Herkunft. Und abgesehen von einem kleinen, aber wichtigen Mietzuschuss erhält sie dadurch Freundschaft und Zufriedenheit. Dragomir richtet sich also unterm Tisch, zwischen den wunderschönen Beinen von Florence, sein genügsames Leben als Schuhmacher ein, und Florence brütet oben, Dragomir immer wieder mal um Rat fragend, weiter über ihren Übersetzungen. Und für beide beginnt eine wunderbare Zeit miteinander, während sich draußen die Menschen …

Ja, die Menschen! – Da gibt es Florence‘ beste Freundin Raymonde – schön, reich und erotisch, aber auch hart und versnobt („Ein Gentleman unterm Tisch, Du hast sie wohl nicht mehr alle. Eines Tages liegt er in Deinem Bett. Oder drunter, was schlimmer wäre.“) – und Florence‘ reichen Verleger Marc – steif, elegant und heiratswillig, aber auch eifersüchtig und menschenfeindlich („Der Mensch ist ein wildes Tier, immer auf der Jagd, dauernd in der Brunft.“). – Aber es gibt auch, zum Glück, Dragomirs Cousin Gritzka …

  • Regie Jürgen M. Brandtner
  • Technik André Tittel
  • Es spielen Barbara Galinski, Nane Okekunle, Dietmar Ilg, Peter Rautenberg, Stefan Weishaupt
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